Das Sanatorium zur Todesanzeige

Joseph reist in ein Sanatorium, wo sein kürzlich verstorbener Vater aufgebahrt ist. Der Zug führt ihn an einen Ort zwischen Leben und Tod, in ein Labyrinth aus Raum und Zeit, in dem er sich ähnlich wie Kafkas Helden aus „Das Schloss“ oder „Der Prozess" verliert. Sanatorium pod klepsydrą ist eine waghalsige Verfilmung des gleichnamigen Erzählbandes von Bruno Schulz. Den philosophischen Kern des Films bilden die Kluft zwischen individueller und kollektiver Erinnerung und die Wahrnehmung des Todes. Vor dem Hintergrund des Holocausts, zu dessen Opfern auch Bruno Schulz gehört, ist Josephs Übernahme der Rolle des Eisenbahners am Ende des Films eine erschütternde Metapher. Die überbordende Phantasie der meisterhaft gestalteten Bilder und die surreale Erzählweise gewährten dem hoffnungslosen und melancholischen Werk von Wojciech Has Einlass in den Pantheon der Filmgeschichte.

Nach „Das Sanatorium zur Todesanzeige” von Bruno Schulz

PL; DCP; OmeU

M: Jerzy Maksymiuk; S: Janina Niedźwiecka

Weitere Darsteller: Tadeusz Kondrat, Irena Orska u.a.


Witold Sobociński zu Gast am 19.04. im Kino Arsenal 

Kategorie:
Kamerakunst
Polnischer Titel:
Sanatorium pod klepsydrą
Deutscher Titel:
Das Sanatorium zur Todesanzeige
Produktionsjahr:
1973
Dauer:
1:49
Regie
Wojciech Jerzy Has
Kamera
Witold Sobociński
Darsteller
Jan Nowicki, Gustaw Holoubek