Der Prinz und der Dybbuk

+++Eröffnungsfilm+++

Mit 37 von insgesamt 147 Filmen war Michał Waszyński der produktivste polnische Regisseur der Zwischenkriegszeit. Nach 1945, als er in Italien lebte und sich der „Prinz” bzw. Michael Waszyński nannte, produzierte er einige der größten Hollywood-Filme seiner Zeit, u.a. „Der Untergang des römischen Reiches“. Aus seinem für kassenwirksame Melodramen und Komödien bekannten Werk sticht jedoch ein Film heraus, „Der Dybbuk“. Das mystische Drama um eine von der Seele eines Toten (Dybbuk) heimgesuchten Braut gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse der polnisch-jüdischen Kultur.

„Der Prinz und der Dybbuk“ von Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski zeichnet das leise Porträt eines der geheimnisvollsten Menschen der polnischen Filmgeschichte, der sich selbst wie in einem Drehbuch inszenierte und doch stets von der Suche nach seiner verlorenen Identität getrieben war. Denn der „Prinz” war keiner, sondern wurde 1904 als Mosze Waks im polnischen Schtetl geboren, konvertierte aber als junger Mann zum Katholizismus und änderte seinen Namen. Er nahm in Kauf, dass seine orthodoxe Familie ihn aus dem Gedächtnis verbannte. War „Der Dybbuk“ sein Versuch, den eigenen, ihm innewohnenden Dämon zu besiegen und Frieden mit der Vergangenheit zu finden, die durch den Holocaust ein zweites Mal endgültig gelöscht wurde?

Historische Aufnahmen, Interviews und großartig von Piotr Rosołowskis Kamera in Szene gesetzte Traumsequenzen erzählen von Haltlosigkeit im Strudel der Zeit. In Venedig wurde „Der Prinz und der Dybbuk“ 2017 mit dem Goldenen Löwen für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

ita, eng, pol OmU

S: Andrzej Dąbrowski

zu Gast: Elwira Niewiera

Trailer:
https://vimeo.com/265177885

Piotr Rosolowski (c)Edition Salzgeber
Piotr Rosolowski (c)Edition Salzgeber
Elwira Niewiera (c)Edition Salzgeber
Elwira Niewiera (c)Edition Salzgeber
Kategorie:
Neues Polnisches Kino, Dokumentarfilme
Polnischer Titel:
The Prince and the Dybbuk
Deutscher Titel:
Der Prinz und der Dybbuk
Produktionsjahr:
2017
Dauer:
01:22:00
Festivalausgabe:
2018
Regie
Piotr Rosołowski, Elwira Niewiera
Kamera
Piotr Rosołowski

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