Hardkor Disko

Warschau zeigt sich von seiner glänzenden Seite – mit einer blendend geputzten Wolkenkratzer-Fassade und dicken Autos in der Tiefgarage darunter. Die Wohnung darin ist schick und hell mit Designermöbeln eingerichtet. Bewohnt wird sie von einer klassischen Mutter-Vater-Tochter-Familie. Tochter Ola dröhnt sich zwar regelmäßig nachts auf verwegenen Partys mit Drogen zu, ist aber morgens brav und halbwegs nüchtern wieder zu Hause. Die Oberfläche glänzt – beginnt aber zu bröckeln, als Marcin auftaucht. Dieser ist smart, gekämmt, nicht sonderlich gesprächig und gräbt sich Schritt für Schritt in die Familie hinein. Erst sind es nur die durchzechten Nächte mit Ola, dann sitzt er schon mit allen dreien vertraut am Frühstückstisch. Er scheint irgendeine Rechnung mit der Familie offen zu haben. Aber welche?
Krzystof Skonieczny erzählt zwar streng chronologisch, liefert aber keine Erklärungen. Der Zuschauer bleibt außen vor und kann nur sehen, was passiert, nicht aber, was die Figuren denken und fühlen. Aus dieser Verschwiegenheit entwickelt der Film seine explosive Energie – es gibt keine Warnsignale, keine Deutungsmuster, man wird mit der Handlung allein gelassen und fühlt sich bald sehr, sehr einsam.


PL, OmdU

B: Krzysztof Skonieczny, Robert Bolesto; K: Kacper Fertacz; S: Sebastian Mialik; 

Weitere Darsteller: Jaśmina Polak, Agnieszka Wosińska u.a.

Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Hardkor Disko
Deutscher Titel:
Hardkor Disko
Produktionsjahr:
2014
Dauer:
1:27
Regie
Krzysztof Skonieczny
Drehbuch
Krzysztof Skonieczny
Darsteller
Janusz Chabior, Krzysztof Skonieczny, Marcin Kowalczyk
Musik
Krzysztof Skonieczny