Nude Area

Zwei Mädchen. Naomi und Fama. Beide 15 Jahre alt. Die eine Niederländerin, die andere Araberin. Zarte Gefühle. Keine Worte. Nur Blicke und Gesten. In der U-Bahn, im Schwimmbad, auf der Straße. Behutsam beobachten wir die vorsichtige Annäherung der beiden, ihr subtiles erotisches Spiel aus Anziehung und Abstoßung. Das Umfeld wird ausgeblendet, nur die beiden bleiben im Fokus der Kamera. Lediglich verstreute Titel von Kapiteln geben uns eine vage Orientierung.

„Wer liebt, spricht für sich, als Liebender, im Angesicht des Liebesobjekts, das seinerseits schweigt.“ Dieses Zitat aus Roland Barthes’ „Fragmente einer Sprache der Liebe“ hat Urszula Antoniak ihrem Film vorangestellt. Aber eigentlich geht es ihr weder um Liebe noch um Sprache, sondern vielmehr um Verführung und das Schauen – die Beobachtung, die Aufforderung, das Verlangen. Antoniak experimentiert in ihrer kühnen Versuchsanordnung mit Traum und Wirklichkeit, Glauben und Wissen, Macht und Ohnmacht – und inszeniert damit einen eigenwilligen, intimen Kampf der Kulturen. 


S: Milenia Fiedler
M: Ethan Rose
D: Sammy Boonstra, Benjamin de Wit, Imaan Hammam 

Kategorie:
Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel:
Strefa Nagości
Deutscher Titel:
Nude Area
Produktionsjahr:
2014
Dauer:
01:21
Festivalausgabe:
2016
Regie
Urszula Antoniak
Drehbuch
Urszula Antoniak
Kamera
Piotr Sobociński jr.