Dorota Kędzierzawska

Eine Beobachterin des Menschen von Innen und von Außen: Dorota  Kędzierzawska. Die Filmemacherin aus Łódź gilt heute als eine der tragendsten Figuren des polnischen 1990er Jahre Kinos. Ihr Blickwinkel ist vorsichtig, oftmals getragen von liebevollen Nahaufnahmen, und doch sind ihre Filme durchzogen von dem Schmerz der Einsamkeit, den Emotionen, die der Mensch nicht los wird.
Ihr Betrachtungsobjekt sind zumeist benachteiligte Kinder. In porträthaften Fokus tastet się sich an das Innerste des Menschen heran,erkundet zwischenmenschliche Problemwelten, ohne dabei Dialoge anzuhäufen – ihr Mittel ist der cinematografische Dialog. Kurze Blicke zwischen zwei Menschen, Gesichtszüge und Gesten.
Aufgewachsen ist Kędzierzawskas im polnischen Łódź. Nachdem sie dort einige Zeit Kulturwissenschaften studierte, ging sie zwei Jahre nach Moskau, um Film zu studieren. Nach ihrer Rückkehr nach Polen studierte sie bis 1981 an der Nationalen Filmschule Łódź.
Gemeinsam mit ihrer Mutter, der Filmemacherin Jadwina Kędzierzawskas entstand einige Jahre später ihre erste Filmproduktion. Da fügt es sich fast zu gut, dass Rozalka Olaboga die Weglauf-geschichte  eines rotzfrechen Mädchens und seiner Mutter erzählt. Es folgte 1988 der für das polnische Fernsehen produzierte Film Koniec swiata oder Das Ende der Welt.
im Anschluss daran entstand1991 Kędzierzawskas erster  Spielfilm Diably, Diably (Teufel, Teufel) – ein Zusammenstoß zwischen einem jungen Mädchen und einer Hand voll Roma. In dörflichem Kleingeist stoßen beide zusammen – ebenso verwirrt wie hingerissen nähern sich beide Seite aneinander an. Dorota Kędzierzawskas Spielfilmdebüt ist eine ebenso zaghaft, wie eine ausufernde Kollision zwischen zwei Lebensentwürfen.
Es folgten Wrony (Krähen), die Geschichte eines Kindesraubs durch ein einsames Mädchen und Nic (Nichts), die beide mehrfach mit Preisen bedacht wurden. Aufbauend auf authentischen Ereignissen, erschien 2004 Jestem- Ich bin Ausreißergeschichte und Identitätssuche gleichermaßen. Weglaufen, um anzukommen. Danach schwenkte  Kędzierzawska die Kamera erstmals auf eine andere Generation um: Pora umierać (Zeit zum Sterben) porträtiert den Lebensabend einer alten Frau.
Zuletzt erhielt Kędzierzawskas den  Friedensfilmpreis der Berlinale für Jutro będzie lepiej (Morgen wird alles besser), die Geschichte dreier obdachlose Kinder, die beschließen, gen Westen zu ziehen. Filmpolska zeigt Kędzierzawskas aktuellsten Spielfilm im Rahmen des Polnischen Filmfest 2011.


Filmographie (Auswahl):

2010 - Jutro będzie lepiej
2007 - Pora umierać
2005 - Jestem
1998 - Nic
1994 - Wrony
1991 - Diabły, Diabły
1988 - Koniec świata
Vorname:
Dorota
Name:
Kędzierzawska
Geburtsdatum:
01.06.1957
Geburtsort:
Łódź
Produktion
Nichts
Regie
Nichts, Zeit zu sterben, Krähen, Morgen wird alles besser
Drehbuch
Nichts, Zeit zu sterben, Krähen, Morgen wird alles besser